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FS 2011 Städtebauliche Positionen – vier Exponenten

Michael Koch
Montag, 02. Mai 2011
Matthijs Bouw
Montag, 09. Mai 2011
Pier Vittorio Aureli
Montag, 16. Mai 2011
Urban-Think Tank
Montag, 23. Mai 2011
jeweils 17.30 Uhr, Blauer Saal
Halle 180, Tössfeldstrasse 11, Winterthur
Städtebauliche Positionen
Die gebaute Stadt entwickelt sich aufgrund von gesellschaftlichen Konfrontationen und Aushandlungsprozessen zwischen vielfältigen Akteuren. Ökonomische Kräfte auf lokaler und globaler Ebene, politische Zielsetzungen und Opportunitäten, Planer mit ihren Ideen und Konzepten, betroffene Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen, kulturelle Eigenheiten, gesetzliche Rahmenbedingungen und Verfahren wirken auf die Raumproduktion ein. In einer demokratischen Gesellschaft befinden sich diese Kräfte in einem labilen, vorübergehenden Gleichgewicht. Unvorhersehbare gesellschaftliche Dynamiken bringen scheinbar gefestigte Konstellationen ins Wanken und führen laufend zu neuen Allianzen.
Vor diesem Hintergrund stellt die Vortragsreihe eine Bandbreite unterschiedlicher städtebaulicher Positionen, Rollenbilder und Instrumente zur Diskussion. Angesichts der Rahmenbedingungen heutiger Raumproduktion sehen sich die Planer mit zwei zentralen Fragen konfrontiert: Welche Rolle übernehmen sie in den beschriebenen Aushandlungsprozessen? Mit welchen methodischen Instrumenten und Verfahren können sie sich auf letztlich nicht absehbare Entwicklungen vorbereiten? Eingeladen sind vier Exponenten, die dazu in ihrer praktischen oder akademischen Tätigkeit eigenständige Antworten erarbeitet haben.
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Michael Koch
Prof. Dr. Michael Koch (1950) ist Professor für Städtebau und Quartierplanung an der HafenCity Universität in Hamburg, Mitbegründer des Büros AGSTA in Hannover und Mitinhaber des Büros yellow z in Berlin und Zürich. Das Spektrum seiner praktischen Tätigkeit reicht von der Erarbeitung von Strategien und Konzepten für die Stadtentwicklung über städtebauliche Richt- und Rahmenplanungen, Quartier- und Gestaltungsplanungen, Öffentlichkeitsarbeit, Konzeptplanungen für öffentliche Bauten und Anlagen bis zum architektonischen Entwurf. In zahlreichen Veröffentlichungen setzt er sich seit langem auch theoretisch mit städtebaulichen Themen auseinander. So vergleicht er beispielsweise als Mitverfasser von «Zwischenstadt entwerfen» unterschiedliche konzeptionelle Strategien für den Umgang mit dem virulenten urbanen Phänomen der «Zwischenstadt» und unterzieht klassische Planungsansätze einer kritischen Diskussion.
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Matthijs Bouw
Matthijs Bouw (1967) ist Inhaber des Amsterdamer Büros One Architecture, welches mit seinen Bauten (z.B. Gesundheitszentrum St. Jozef in Deventer), aber auch dank einer eindrücklichen Serie städtebaulicher Projekte und Planungen bekannt geworden ist (Szenarien Randstad 2040, Masterplan für Paris / Les Halles mit OMA und XDGA, Masterpläne für Tbilisi, Gouda und Deventer, Olympische Hauptstruktur Niederlande 2028). One Architecture integriert strategisches Denken und eine eigenständige Analyse der Tiefenstruktur zeitgenössischer Planungsprozesse in seine Entwurfsarbeit. Dabei geht es nicht allein darum, ikonische Bauten oder schöne Fassaden zu entwerfen. Architektur soll vielmehr mithelfen, Kultur zu schaffen, wirtschaftlichen Mehrwert zu erzeugen, Organisationen zu verändern: Architektur soll auch politisch sein.
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Pier Vittorio Aureli
Pier Vittorio Aureli (1973) studierte Architektur und Städtebau am Instituto Universitario di Architettura di Venezia sowie am Berlage Institute in Rotterdam und doktorierte am Berlage Institute und an der Delft University of Technology. Mit Martino Tattara gründete er das Büro DOGMA und gewann unter anderem einen städtebaulichen Wettbewerb für die Neugründung einer Stadt mit 500'000 Einwohnern in Süd-Korea. Pier Vittorio Aureli unterrichtete als Gastprofessor an der AA London, an der Columbia University, an der Delft University of Technology und an der Accademia di Architettura di Mendrisio. Am Berlage Institute ist er verantwortlich für das Forschungsprogramm Research on the City, welches sich unter anderem mit den Städten Moskau, Brasilien, Brüssel, Seoul oder Rom befasst. Aurelis Arbeiten fokussieren die Zusammenhänge zwischen architektonischer Form, politischer Theorie und der Städtebaugeschichte. Dieser Thematik widmet er sich unter anderem auch in «The Project of Autonomy: Politics and Architecture Within and Against Capitalism“.
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Urban-Think Tank
Alfredo Brillembourg (1961) und Hubert Klumpner (1965) sind Professoren für Architektur und Städtebau an der ETHZ und leiten zusammen die interdisziplinäre Bürogemeinschaft Urban-Think Tank (U-TT). Brillembourg und Klumpner unterrichteten vor ihrer Berufung an die EHTZ an der Columbia University und gründeten dort das Sustainable Living Urban Model Laboratory (S.L.U.M. Lab). Seit 2010 sind die Partner Mitglieder des SIA und haben nach Ihrer Ankunft in der Schweiz den Urban-Think Tank Zürich ins Leben gerufen. Zentral in ihren Arbeiten ist die partizipative Einbindung lokaler Akteure im Rahmen informaler Raumproduktionen, insbesondere auch in Entwicklungsländern. Dabei verbinden Brillembourg und Klumpner Arbeitsweisen der Architektur, Ingenieurtechnik, Umweltplanung, Landschaftsarchitektur und Kommunikationswissenschaften und entwickeln städtebauliche Lösungen, die soziale, ökologische und ästhetische Aspekte vereinen. Zu ihren wichtigsten Bauten zählen Gimnasio Vertical, Metro-Cable (Caracas), FAVA Schule für Autistische Kinder (Caracas) und das derzeit in Bau befindliche CASM (Centro de Acción Social por la Música) in Sao Paulo, Brasilien.

