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HS 2010/2011 Von der Idee zum Material - Handwerk

Holzhandwerk im digitalen Zeitalter

Richard Jussel, Bereichsleiter Wohn- / Industriebau Blumer-Lehmann, Gossau
Dienstag, 26. Oktober 2010


Vom goldenen Boden zum Alltag in der Werkstatt

Adrian Knüsel, Leiter Kurszentrum Ballenberg
Montag, 01. November 2010

The Future of Mud – a tale of houses and lives Djenne

Film von Susan Vogel
Montag, 15. November 2010


Studio Mumbai – Dialogue and Discovery

Bijoy Jain, Architekt, Mumbai
(Vortrag in englischer Sprache)
Dienstag, 23. November 2010


Wie gehen Häuser?

Andreas Hild, Architekt, München
Montag, 29. November 2010


jeweils 17.30 Uhr, Blauer Saal
Halle 180, Tössfeldstrasse 11, Winterthur
 

 

Holzhandwerk im digitalen Zeitalter

Mit dem Golfclub Hasley Nine Bridges in Yeoju in Südkorea von Shigeru Ban konnte die Firma Blumer-Lehmann ein erstes Freiformprojekt realisieren. Die Herstellung komplexer Formen und Freiformflächen - von digitalen Modellen bis hin zur computergesteuerten Fertigung der einzelnen Bauteile und deren Zusammenbau - stellt höchste Anforderungen an alle Beteiligten. Richard Jussel wird in seinem Vortrag über die Realisierung des Projektes für den Golfclub in Yeoju berichten. Von der aufwendigen Produktion der 3500 Einzelteile mit knapp 500 verschiedenen Geometrien im Werk in Gossau über den Transport und den anspruchsvollen Zusammenbau vor Ort in Südkorea durch die eigenen Zimmerleute, die mit ihrem Handwerk einen entscheidenen Beitrag zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben. Richard Jussel (* 1960), nach einer Zimmermannslehre in Rorschach, folgten nacheinander die Ausbildung zum Gruppenleiter, Polier, Holzbautechniker und der Abschluss als Zimmermeister an der Holzfachschule in Biel. Von 1986 bis 1997 arbeitete er bei der Blumer AG in Waldstatt und seither bei Blumer-Lehmann in Gossau. Richard Jussel ist Leiter der Sparte Wohn- und Industriebau und Mitglied der Geschäftsleitung.

 

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Vom goldenen Boden zum Alltag in der Werkstatt

... oder Handwerk zwischen Tradition und Innovation – Einsichten eines Praktikers.

Das Sprichwort «Handwerk hat goldenen Boden» wird der Realität des Arbeitsalltags und den realen Bedingungen gegenübergestellt. Ist die Rückkehr an die Werkbank die logische Folge unseres «computer aided life»?

Adrian Knüsel, selbst ausgebilderter Keramiker, zeigt Arbeitsbeispiele und gibt Einblick in seine Entwicklung als Gestalter. Nach fünfzehnjähriger selbstständiger Tätigkeit wechselte er 1997 in die Vermittlungsarbeit. Die Leitung des Kurszentrums Ballenberg und die Fördertätigkeit im Rahmen des «Prix Jumelles» sind heute seine Tätigkeitsfelder.
 
Adrian Knüsel (*1957) 1976 Matura, 1976 -77 Vorkurs Schule für Gestaltung, Luzern, 1977-80 Ausbildung zum Keramiker, B.A. unter John Colbeck an der Bath Academy of Art, England, 1981-82 Honorary Fellowship der Bath Academy mit Lehrauftrag, 1984 eigenes Atelier, 1989 Eidgen. Stipendium für angewandte Kunst, 1991-1997 Präsident der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Keramiker ASK, seit 1991 Lehrauftrag an der Hochschule für Kunst und Design Luzern, seit 1997 Leitung Kurszentrum Ballenberg, Stiftungsrat und Gründungsmitglied der Fondation Jumelles zur Förderung zeitgenössischen Schaffens und Gestaltens mit traditionellen Handwerkstechniken und klassischen Werkstoffen.


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The Future of Mud – a tale of houses and lives Djenne

This is the story of Komusa, master mason and heir to the secrets of Djenne architecture. He hopes his son will continue the family profession and maintain their world heritage city - but Djenne is connected to a global world now, and competing ideas about the future have arrived. Documentary footage and staged scenes tell an intimate story of family tensions, contemporary building practices, and the precarious future of the renowned mud architecture of Mali.

www.susan-vogel.com


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Studio Mumbai – Dialogue and Discovery

Auf dem Gelände seines Privathauses betreibt er (Bijoy Jain) eine Werkstatt, in der alle Holzarbeiten für seine Projekte angefertigt werden. Auch ein eigenes Bauteam hat das «Studio Mumbai». Insgesamt beschäftigt Jain etwa hundert Mitarbeiter. Viele von ihnen hat der Architekt aus Rajasthan, Orissa und anderen Bundesstaaten herangeholt, weil es vor Ort an qualifizierten Kräften mangelt. «Das Management ist eine echte Herausforderung», sagt Jain. «Die Leute kommen aus unterschiedlichen Kasten und Religionen. Hindus, Muslime, Jains. Alle haben ihre eigene Tradition, Diät, Lebensweise. Wenn ich nicht ständig da bin, sabotieren sich alle gegenseitig.» Dennoch hat der Perfektionist den Schritt nie bereut. Wenn alles in seiner Hand liegt, muss er wenigstens nicht für die Fehler anderer gerade stehen. Ungenauigkeit und Gedankenlosigkeit bei der Arbeit stören ihn am meisten. Der Mann der sich selbst als «langsamsten Architekten Indiens» bezeichnet und der mindestens drei Jahre braucht, um ein Gebäude fertig zu stellen, hadert damit, wenn andere nicht eben so sorgsam sind.
Britta Petersen in AD Architectural Digest
 
Bijoy Jain, 1965, geboren in Mumbai (Indien); 1990 M. Arch. an der Washington University in St. Louis; 1989-91 Mitarbeit im Büro von Richard Meier and Partner in Los Angeles; 1996 Gründung des eigenen Büros Bijoy Jain + Ass. in Mumbai; 2005 Gründung von Studio Mumbai.


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Wie gehen Häuser?

Eine Frage, die aus einer Kindersendung zu sein scheint und doch so einfach gar nicht zu beantworten ist. Häuser sind komplexe technische und soziale Konstrukte, behaftet mit vielen Schwierigkeiten auf dem Weg ihrer Entstehung. Es braucht wesentlich mehr als nur technisches Wissen um Häuser herzustellen und auch der Architekt ist nur einer von sehr vielen, die an dem  Prozess der Herstellung beteiligt sind. Der Vortrag versucht anhand eines Beispiels zu erläutern, worin diese Schwierigkeiten bestehen und welche Strategien zur Realisierung eines komplexen Gebäudes notwendig sind.
 
Andreas Hild, 1961, geboren in Hamburg, 1987 Studium an der ETH Zurich; 1989 Diplom an der TU München; 1992-1998 bis zum Tod von Tillmann Kaltwasser gemeinsames Büro Hild und Kaltwasser; 1996-1998 Vertretungsprofessur an der Universität Kaiserslautern; ab 1999 HildundK Architekten München in Partnerschaft mit Dionys Ottl; 1999-2001 Vertretungsprofessur an der FH München; 2000-2002 Vorsitzender des BDA Kreisverbandes München/Oberbayern; 2003-2004 Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste Hamburg; 2005-2006 Professor an der TU Graz; 2005-2008 Mitglied des Gestaltungsbeirats in Bregenz; 2005-2009 Mitglied der Stadtgestaltungskommission München; seit 2008 Mitglied des Gestaltungsbeirats in Regensburg; 2008-2009 Gastprofessor an der TU Darmstadt; Gastvorträge und Gastkritiken in Porto, Nancy, Delft, Harvard GSD, Boston und Deutschland.